Verhalten nach Verkehrsunfall – 7 Punkte Checkliste

*Tipp: ausdrucken und im Kfz mitführen oder auf das Handy laden unter: Verhalten nach Verkehrsunfall – 7 Punkte Checkliste für Mandanten

 

1. Absichern der Unfallstelle

 

Warndreieck aufstellen, Warnblinkanlage einschalten.

 

2. Erste Hilfe leisten

 

Beachte: Durch Rettungsaktionen vor Absicherung der Unfallstelle gefährden Sie unter Umständen Ihr Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer.

 

3. Grundsätzlich Polizei benachrichtigen

 

Grundsätzlich gilt das Opportunitätsprinzip. Das bedeutet, die Polizei kann selbst entscheiden, ob es (auch bei kleineren Sachschäden) tunlich ist, am Unfallort zu erscheinen. Allerdings vereinfacht der polizeilich aufgenommen Verkehrsunfall deutlich die spätere Schadensregulierung und erhöht die Chancen der Durchsetzbarkeit Ihrer Ansprüche.

 

Allgemeine Notrufnummer: 110. Halten Sie folgende Informationen bereit: Wer meldetsich? (Name und Standort); Wo ist etwas passiert? (Unfallort); Was ist passiert? (Zahl der Verletzten; Schilderung der Unfallfolgen und Verletzungen); Warten auf Rückfragen!

 

4. am Unfallort verbleiben

 

Das Verlassen der Unfallstelle als Beteiligter eines Verkehrsunfalles, ohne die Personalien anzugeben, kann schwerwiegende Folgen haben, es drohen insbesondere gem. § 142 StGB strafrechtliche Konsequenzen. Ggfs. hat man als Unfallbeteiligter eine angemessene Zeit am Unfallort zu warten und – sofern eine Feststellung der Personendaten nicht erfolgen kann – unverzüglich die Personalien/die Meldung bei der Polizei nachzuholen.

 

Ist niemand an der Unfallstelle zu sehen, z. B. weil Sie gegen ein geparktes Auto gestoßen sind, so müssen Sie in jedem Fall eine angemessene Zeit warten. Wie lange, das hängt von den Umständen (z. B. Tageszeit, Ort und Schwere des Unfalls) ab, sollte jedoch 30 Minuten nicht unterschreiten.

 

Kommt in dieser Zeit niemand, so dürfen Sie sich entfernen, müssen aber Namen und Anschrift am Unfallort hinterlassen, hiermit aber vorsichtig verfahren.

 

Außerdem müssen Sie zusätzlich den anderen Unfallbeteiligten und Geschädigten oder einer nahegelegenen Polizeidienststelle unverzüglich melden, dass Sie am Unfall beteiligt gewesen sind. Dabei müssen Sie auch Ihre Anschrift, Ihren Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort Ihres Fahrzeuges angeben, sowie auf Wunsch die nötigen Feststellungen ermöglichen.

 

Unverzüglich bedeutet, dass Sie ohne schuldhaftes Verzögern Ihrer Meldepflicht nachkommen müssen. Ist Ihr Unfallpartner also nicht vor Ort, fahren Sie nach einer angemessenen Wartezeit auf direktem Weg zur nächsten Polizeidienststelle.

 

Bei Unfällen mit Toten, Verletzten und erheblichem Sachschaden sollten Sie immer/stets die Polizei rufen (Allgemeiner Notruf 110). Steht ein Unfallbeteiligter unter Alkohol oder Drogeneinfluss, empfehlen wir ebenfalls die Polizei zu verständigen.

 

5. Beweissicherung

 

Oft warten die Zeugen nicht bis zum Eintreffen der Polizei und der Unfallgeschädigte gerät im Rahmen der zivilrechtlichen Geltendmachung der Schadenersatzansprüche  in Beweisnot.

 

a)    Notieren Sie sich von Zeugen mindestens Name, Adresse und Telefonnummer.

 

b)    Personalien mit den Unfallbeteiligten/Zeugen austauschen. Notieren Sie die wichtigsten Daten der anderen Unfallbeteiligten (Name, Anschrift, Versicherung, Versicherungsnummer und polizeiliches Kennzeichen des Fahrzeuges).

 

c)    Fotografieren Sie den Unfallort und die Gegebenheiten. Fertigen Sie Übersichtsfotos von der Unfallstelle mit den beteiligten Fahrzeugen. Fotografieren Sie aus verschiedenen Richtungen, wenn möglich aus erhöhter Position.

 

d)    Unfallskizze, es genügt eine Handskizze, die das Geschehen am Unfallort veranschaulicht.

 

Wenn die Polizei nicht verständigt wird oder bei Bagatellschäden keine Spuren sichert, können die Unfallbeteiligten auch selbst die Beweissicherung durchführen. Nehmen Sie die Unfalldaten auf, hierzu bieten viele Versicherungen und Automobil-Clubs Unfallaufnahme-Protokolle. Notfalls genügt auch ein Schmierzettel. Kennzeichnen Sie die Fahrzeugecken durch Kreidestriche auf der Fahrbahn und die Radposition, z.B. Lenkeinschlag durch ein „T“. Schreiben Sie zu den Fahrzeugpositionen jeweils das Kennzeichen.

 

6. Schuldanerkenntnisse

 

Pauschale Schuldanerkenntnisse sollten Sie nicht (am Unfallort) abgeben. Sie könnten sonst Probleme/Streit mit IhrerKFZ- Haftpflichtversicherung bekommen, da Sie damit gegen den Vertrag mit Ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung verstoßen. Der Versicherte ist nämlich nicht berechtigt, ohne Zustimmung der Versicherung eine Schuld ganz oder teilweise anzuerkennen.

 

Diese oben genannte Regelung in den Verträgen veranlasst immer wieder Unfallbeteiligte, den gemeinsam erstellten Unfallbericht nicht zu unterzeichnen. Bei den von Versicherungen und Automobil-Clubs verteilten Unfallberichten handelt es sich jedoch nicht um ein Schuldanerkenntnis, sondern um eine Aufstellung von Fahrzeug- und Personendaten, einen Schadensbericht und eine Unfallskizze, die im Regelfall (sofern sie keine handschriftlichen Ergänzungen enthalten, die ein Schuldanerkenntnis zum Inhalt haben) unterschrieben werden können.

 

7. Nach der Beweissicherung

 

Prüfen Sie vor der Weiterfahrt die Verkehrssicherheit Ihres Fahrzeuges. Jetzt müssen Sie noch die Unfallstelle säubern. Vergessen Sie auch nicht, Ihr Warndreieck einzupacken. Dann erfolgt die Schadensmeldung an die Versicherung. Jeder Versicherungsfall ist grundsätzlich der (eigenen) KFZ Versicherung innerhalb einer Woche/unverzüglich schriftlich anzuzeigen.

 

Bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche sind wir Ihnen gern behilflich: kanzlei@jula-partner.de

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